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Nun, ein herzliches HALLO auf dieser Seite vom aaltra. Hier kann man lesen, sehen und hören, was demnächst so alles los ist:

+++das aaltra ist wieder geöffnet+++

JUHUUU!!!

Man kann sich wieder ins aaltra reinsetzen und das tun können, was getan werden muss…

*aber hier noch leider nötige Hinweise (Stand 18.04.22)

  • das Tragen einer MNS im Gebäude und bei Nichteinhaltung des Mindestabstandes ist ganz sehr empfohlen

Ansonsten seid ihr ja sicher auch über die aktuelle Lage informiert und handelt dementsprechend, damit das alles hier irgendwann nicht mehr notwendig sein wird…

Das ist das Radio aaltra:

Veranstaltungen:

 

Das 3 TAGE HACH OPENAIR

Hach nochmal? 3 Tage? Hach? Ja. Weil’s Hach gemacht hat! Und ich hatte den Eindruck, dass ihr auch Hach hattet.
Diesmal wieder mit einem liebevoll ausgehachten Programm rund um’s Thema Italien und Zähne.

Und viele von euch werden einfach mal keine einzige Band kennen. Da geht es den Menschen wie den Leuten.

All diese Bands sind ganz wunderbare Bands in den Startlöchern, teils neue Formationen bekannter Musiker. Bis auf Aquarama hat keine der Bands ein Album veröffentlicht.

Alle Hachs sind Doppel-Headliner-Shows. Es gibt keine Vorbands oder supportacts…

Einlass: 19 Uhr    Beginn: 19:30 Uhr    Ende: 22:00 Uhr

Eintritt VVK 8€, AK 10€

VVK: https://city-ticket.de/events/3-tage-hach/

Fr 05.08.22 – 2. Tag Hach OpenAir

 

Aquarama (I)

verbinden Pop, Tropicalism, Funk, Psychedelia und Soul der 60er

new: Poly Ghost (D)

80s, synthpop, indie funk

Eintritt VVK 8€, AK 10€

VVK: https://city-ticket.de/events/hach-open-air-teil-2-aquarama-phorm/

Aquarama entstanden inmitten eines schwülen, italienischen Sommers: Eine Kombination, die man aus den schwarz-tropischen Grooves und retro-nuancierten Melodien von Dario Bracaloni und Guglielmo Torelli geradezu heraushört. Jetzt erscheint mit „Bubble-Gun“ die neue Single des italienischen Duos.

Schon kurz nach ihrer Gründung, sollte es für die Mailänder steil bergauf gehen: Mit ihrem Albumdebüt „Riva“ (VÖ: 21.04.2018), gemastert vom Grammy-prämierten Giovanni Versari, tourten Aquarama quer durch Europa und spielten rund 90 Konzerte. Der Erfolg führte zu einer prestigeträchtigen Kollaboration mit dem angesehenen New Yorker Disco DJ In Flagranti, zudem teilte sich das Duo Bühnen mit großen französischen Bands wie La Femme und Nouvelle Vague, sowie den kanadischen Jazz-Pionieren BadBadNotGood. Als eines der Höhepunkte der letztjährigen „Riva“-Ära, zählt der Gewinn der ersten Ausgabe des „Italia Music Export“-Wettbewerbs, welcher Aquarama und weiteren Bands die Finanzierung der „Riva Tour de France“ ermöglichte.

Wenn „Riva“ aus dem Kontrast zwischen Pop-Melodien und melancholischen Texten besteht, ist „Bubble-Gun“ ein reiner Geschmack von Freiheit, eine Einladung, zu reagieren und sich gegen eine Welt zu wehren, die die westliche Kultur durch den zunehmenden Einsatz von intrusiven Technologien und Automatisierungen langsam von der Realität entfremdet.

Aquarama rufen in „Bubble-Gun“ die ikonische Figur des legendären Boxers Muhammad Alí hervor, ein unermüdlicher Kämpfer für Menschenrechte und Gedanken- und Religionsfreiheit, um sich diesem modernen Zustand zu stellen: Mit einigen der berühmtesten Zitate des afroamerikanischen Athleten unterstreichen sie die Botschaft der Hoffnung, die zum Lied gehört. Der Chor endet mit dem brasilianischen Tropikalismus-Motto „forbidden to forbid“, während die Klänge und die Arrangements perfekt zu den Texten passen und mit verschiedenen perkussiven Instrumenten und einer Marimba einen Sound erzeugen, der sich von Funk, über Pop bis hin zu tropischem Kalypso bewegt.

Poly Ghost verführen uns in eine Welt, in der wir ausgelassen sein können, alles sein können – ja, vielleicht wieder ein Stück Kind sein können, nur ohne uns dabei albern zu fühlen.

Schillernde Outfits, ein charismatischer Front- mann, eine quirlige Gitarristin und ein stehender E-Drummer, dabei großer Spaß an ihrer Musik und Bühnengestaltung – Poly Ghost formen einen Mikrokosmos, der mitreißt und einen aus der Reserve lockt.

Das Intercity-Trio aus Hannover-Hildesheim- Chemnitz veröffentlichte im Februar 2020 sein Debutalbum „Touch me“ und machte mit SEGA Mega Drive-Thematik und vielschichtigen Syn- thesizer Sounds, Disco-Elementen mit grooven- den Basslines und rockig-rotziger Gitarre auf sich aufmerksam.

Seitdem haben sich ihre neueren unveröffent- lichten Songs noch bewusster zu einer neugierigen Kombination aus Synthpop, Indierock und Funk entwickelt, der gern auch mal mit Postrock-Ausschweifungen liebäugelt.

Erinnert an eine Mischung aus Erasure, Justice und Bilderbuch die in in Ohr und Kopf bleibt.

„(Poly Ghost) hat ein lustiges, verspieltes Debüt- album zwischen Synthpop, Dreampop, Funk und Electronica vorgelegt, das bravourös die Achzi- gerjahre wieder aufleben lässt, aber nicht nur. Auch Neunziger-Indierock klingt später an.“

– STADTKIND MAGAZIN HANNOVER

„(Poly Ghost) kuscheln hier derart eng mit Zuckerwatte-Pop („Eccoes and Dolphins“), dass man meinen könnte, Air und Goldfrapp hätten sich mit Erasure zum Saunieren verabredet – um im relaxten Moment mit „Minute to Minute“ die Shampooflasche platzen zu lassen.“

– PUBLIC HILDESHEIM (9 VON 10 PUNKTEN)

„Die 80‘er schimmern durch, man nickt mit, wippt mit, häufig muss man lächeln, wünscht sich ein Bier in die Hand, es klingt fluffig, ge- schmeidig, aber zum Glück selten zu einfach.“

– GÄSTELISTE.DE

„Ziemlich anders als ähnliche Bands haben Poly Ghost ihren eigenen Platz gefunden: Irgendwo zwischen Underground und einer von Blumen übersäten Sommerwiese kurz nach einem er- frischenden Regenguss.“

– ROCKSZENE.DE

Mi 10.08.2022 Schallgarten mit Adam Andaluz

Da kommt er wieder um die Ecke geschlunzt… Der Schallgarten. Nach langer Abstinenz dieses mal mit dem wunderbaren Adam Andaluz.

Eintritt frei. (aber der Hut steht da)
Einlass: 18 Uhr
Beginn: 19 Uhr

BIO

AfrikaBurn | Hauptbahnhof (DE): Groovy Spacemusic, surfing on the crossboarders between Easy Listening, Dub-Trap, Synthwave, Electro Cumbia and Leftfield.

Adam is of Polish origin, co-founder & co-owner of the @Digital-Diamonds-netlabel and producing under his alter egos @Adamson-germany and @Alic. After spending some years in Southern Spain, he started his side-project Adam Andaluz.

LINKS

https://li.sten.to/adamandaluz

Adam Andaluz – Groovy Spacemusic

E: adamandaluz@gmail.com
FB: www.facebook.com/adamandaluz
SC: www.soundcloud.com/adamandaluz
MC: www.mixcloud.com/AdamAndaluz

Do 11.08.2022 Atomino & aaltra präsentieren: Sommer Super Bingo!

 

+++Achtung+++eine Stunde früher als bisher+++

Eine Sommeraktion vom Atomino und aaltra. Open Air Zahlenlotto im schönsten Biergarten der Stadt. Natürlich mit MC Don Kummer und Selekta Sealt Covers, jeder Menge Preise und Eierlikörchen im Schockobecher.

Bingozettel: 2€

Einlass 18 Uhr

Die Zahlenbälle drehen sich ab 19 Uhr

Mi 31.08.22 3. Tag Hach OpenAir

Twin Tooth (D,Aut)

Experimental Pop, Dark Pop, Neo-Soul, IDM

Hotel Rimini

singer/songwriter, indie, a la Element Of Crime meets Calaveras

Eintritt VVK 8€, AK 10€

VVK: https://city-ticket.de/events/hach-open-air-teil-3-twin-tooth-hotel-rimini/

 

Twin Tooth; das sind die Sängerin Anna Kohlweis und der Multi-Instrumentalist Jan Preißler, die sich in produktiver Krisenstimmung vom Alleinsein und dem Stillstand befreien. Ihr Debutalbum ist ein Werk epischer Popmusik, die sich in ihren Tiefenstrukturen als Avantgarde entpuppt.

Theatraler Tiefgang bis rhythmischer Sprechgesang – Anna Kohlweis ist die Meisterin der Intonation. Singend erzählt sie auf Cusp vom Gefühl zu „verschwinden durch Pandemie und Weltzustand“. Der Song „Gap Year“ erzählt vom Auseinandergehen, der Kluft zwischen zwei Menschen, gekappten Telefonverbindungen. Aber immer wieder auch von der Erkenntnis: „What is there more beautiful than a living thing in transformation?“

Dieser Satz beschreibt auch die musikalische Reise, auf die uns Twin Tooth schickt. Jan Preißler greift auf Cusp auch auf bisher Unveröffentlichtes seines langjährigen Schaffens als Band-, Theater- und Filmmusiker zurück. Soul, Pop und IDM werden angereichert mit Lo-Xi-Sounds und Field Recordings. Dadurch haftet seinen Tracks das Rohe und Handgemachte an. Elektronische Noise- und Ambient-Spuren verleihen dem geschmeidigen Popsong „Seedlings“ eine organisch-haptische Tiefenstruktur. Im Opener „Down“ kontrastiert Annas geisterhaft transzendenter Gesang wabernde Drones und Streicher. Im harten IDM-Track „Serpent“ schrauben sich Sirenen, Bässe und Gesang hoch zu tanzbarem Lärm.

Cusp ist Anna Kohlweis’ und Jan Preißlers Krisenmusik, entstanden zwischen Wien und Berlin; allein, und doch zusammen. Das Album entstand mit Leichtigkeit, weil beide Allrounder genau nur das taten, was sie am besten können. Deshalb sprechen bei allem Tiefgang und der die Texte durchziehenden Innerlichkeit weder Melancholie noch Resignation aus dieser Musik, sondern vielmehr Wandel und Aufbruch.

Anna Kohlweis ist Multimedia-Künstlerin und lebt in Wien. Sie schreibt und produziert Songs, Musikvideos und Fotokunst, sie malt und illustriert und hat sich dadurch autonom ein eigenes ästhetisches Universum geschaffen. Als Musikerin ist sie unter den Alias Paper Bird und Squalloscope bekannt und war auf Bühnen u. a. in New York, Berlin und Wien zu sehen.

Jan Preißler wurde 2013 als Multi-Instrumentalist des Wiener Electronica-Duos Wælder bekannt. Mit der Synthese aus Noise und Dubstep avancierte Wælder zur Avantgarde der Elektro-Szene. Außerdem war er bis 2020 mit der Noise-Pop-Band Vögel die Erde Essen aktiv. Mit seinem Solo-Projekt Dino Paris & der Chor der Finsternis ist er sehr viel unterwegs. Zudem produziert er erfolgreich Musik für zeitgenössische Film-, Performance- und Theaterproduktionen. Heute lebt und arbeitet er in Berlin.

HOTEL RIMINI

Zwei Jazzmusiker an Bass und Schlagzeug, eine Geigerin, die vornehmlich Bühnenmusik schreibt, eine Cellistin, die auch als Schauspielerin arbeitet, ein umtriebiger Indie-Gitarrist und ein Singer/Songwriter, der ursprünglich vom Theater kommt.

Die musikalischen Wurzeln von HOTEL RIMINI kann man auch ohne botanischer Expertise als weit verästelt bezeichnen. Im Herbst 2020 haben sie sich zum ersten Mal zusammengefunden und arbeiten seitdem an deutschsprachiger Musik, die man im Spannungsfeld irgendwo zwischen Element Of Crime, Isolation Berlin und Die Höchste Eisenbahn verorten kann. Neben den Streicherarrangements, der prägnanten Stimme und dem leicht anachronistischen Sound der Band, nehmen auch die Songtexte einen hohen Stellenwert ein. Dabei geht es um vergossene Krokodilstränen städtischer Wohlstandsproblematiker, den verklärten Blick auf das Vergangene oder den öffentlichen Nahverkehr als Fluchtfahrzeug vor der eigenen Unzulänglichkeit.

Im Januar diesen Jahres nehmen sie nun ihre erste EP auf und gehen im Sommer 2022 auf Release-Tour.

HOTEL RIMINI sind: Paul Pötsch (Trümmer, Ilgen-Nur), Valentin Link (KUF, Monoglot), Jakob Dinkelacker (Fabian Simon & The Moon Machine), Annegret Enderle, Marianne Jordan und Julius Forster.

Mi 07.09.22 Jaackpot raaten

+++Achtung+++eine Stunde früher als bisher+++

Das Kneipenquiz im aaltra Das erste Chemnitzer Kneipen-Quiz mit Jackpot: Zur Beantwortung stehen 40+x Fragen, die in Teams von bis zu vier Mitgliedern mit jeder Menge unnützen Wissens gelöst werden wollen. Jede/r Mitratende zahlt zwei Euro – Basis für den Jackpot, den am Ende des Abends das beste Team einstreicht.

Start: 19 Uhr

 

Mi 13.10.21 Salomea (D)

21 Uhr

Eine einfache, banale Beschreibung für SALOMEAs kreative Fülle gibt es nicht. Man muss nur feststellen, dass sie verdammt zeitgemäß klingt, weil traditionelle Referenzen wie Billie Holiday oder Aretha Franklin in einer Echokammer auf moderne wie Erykah Badu, FKA Twigs oder Kendrick Lamar treffen und ganz neue Vibes erzeugen.

Wenn die Idee von Jazz, das Individuelle mit dem Kollektiven zu versöhnen, zur Substanz wird, kristalloide Flüssigkeit, die schillert wie Pop, unter die Haut geht wie emanzipatorischer R’n’B und Spuren eher unbewusster Reminiszenzen an TripHop á la Portishead oder die Postpunk-Chansons einer Kate Bush…

Grenzen verschieben. Musik als tiefgründige Unterhaltung, eine Band, die ins Risiko geht, eine Stimme, wie aus einer anderen Galaxie, präzise und warm. SALOMEA definiert Musik als Kunst, SALOMEA glaubt an Liebe, Respekt, an Ehrlichkeit. Und ja: Das fordert echtes Zuhören, das verlangt etwas, das will mehr und: Offenbart dann einen fein austarierten Entwurf der Musik der Zukunft.

Rebekka Salomea und ihre hochklassige Band, Yannis Anft (Keys), Oliver Lutz (Bass) und Leif Berger (Drums) spielten bereits renommierte Festivals wie Moers Festival, Jazzablanca (Marokko) oder Avignon Jazzfestival (Frankreich). Der einzigartige Schmelztiegel aus in Hiphop getränktem Jazz, RnB und Spielarten zeitgenössischer elektronischer Musik findet seine Perfektion auf dem zweiten Album der Band “Bathing in Flowers”.

“Bathing In Flowers” erscheint am 25. September auf CD, LP und allen digitalen Plattformen. Die erste Single “In This Together“ erscheint bereits am 17. July 2020, begleitet von einem umwerfenden Video.

VVK: 10€ AK: 12-15€

Homepage ​https://www.salomea.org/ Facebook ​https://www.facebook.com/SALOMEASAYWHAT/ Instagram ​https://www.instagram.com/Salomeasaywhat/ Spotify ​https://open.spotify.com/artist/4AZjwjj65fmJ3MenJaCxel?si=dVkBx5YiQMmFEgRVpeUjSQ Youtube ​https://www.youtube.com/channel/UCVDkfGN7ALvybrq4uzd89Zw

SALOMEA BATHING IN FLOWERS

Hinter jedem Klang auf SALOMEAs zweitem Album BATHING IN FLOWERS steckt eine längere Geschichte. SALOMEAs Stimme lockt uns in die Welt hinter dem Spiegel – und auf den verschlungenen Pfaden der Geschichten, die sich dort entfalten, folgen wir den Wandlungen dieser Stimme, durchqueren das Labyrinth der Grooves, tanzen unter dem Regen elektronischer Sternschnuppen, verweilen an flächigen Gewässern, aber nie zu lange, denn die musikalische Landschaft um uns herum ist ständig in Bewegung. Sie schäumt surrealistisch, funkelt angriffslustig, wogt soulful, mäandert gedankenverloren, dekonstruiert sich sinnsuchend und fügt sich melodisch zusammen; ihre Atmosphäre erklingt als eine Ansammlung zusammengestauchter Gewalten, die in jedem Augenblick des Lebens schlummern und hier von SALOMEA mal sanft, mal laut geweckt werden, als wären es musikalische Flaschengeister. Wir sind in einer komplexen Welt gelandet, deren Vielfalt betörend und fordernd zugleich ist – SALOMEAs Welt.

Diese BATHING IN FLOWERS-Welt ist nicht leicht zu kartografieren. Aber die Songs, die sie formen, klingen nie unzusammenhängend, sondern wie das Werk eines symbiotischen Ensembles. Die 1991 in Herbolzheim geborene Jazzsängerin/ Komponistin Rebekka Salomea Ziegler und ihre Band sind in einem neuen Stadium ihrer Entwicklung angelangt, das Debüt erschien 2018. Damals kam einem auch noch etwas schneller ein Begriff wie Nu-Jazz über die Lippen, um eine Schublade für ihren Fusion- Sound zu finden, während man aber eigentlich viel lieber nur die Songs noch mal hören wollte anstatt sie einzuordnen, um zu verstehen, wo ihre Wurzeln liegen, wie sie die Kurve kriegen und wohin die Reise dieses „Project“ führen mag. Auf BATHING IN FLOWERS wechseln die einzelnen Stücke jetzt die Farbe und Stimmung fließend, so etwa wie träumende Oktopusse in einem Meer aus korrespondierenden Emotionen und Gedanken. Wenn die Idee von Jazz, das Individuelle mit dem Kollektiven zu versöhnen, zur Substanz wird, kristalloide Flüssigkeit, die schillert wie Pop, unter die Haut geht wie emanzipatorischer R’n’B und Spuren eher unbewusster Reminiszenzen an TripHop á la Portishead oder die Postpunk-Chansons einer Kate Bush in sich trägt, sind wir SALOMEAs Wesen nahe. Aber das liegt im Auge des Betrachters beziehungsweise im Ohr des Zuhörers. Eine einfache, banale Beschreibung für SALOMEAs kreative Fülle gibt es nicht. Man muss nur feststellen, dass sie verdammt zeitgemäß klingt, weil traditionelle Referenzen wie Billie Holiday oder Aretha Franklin in einer Echokammer auf moderne wie Erykah Badu, FKA Twigs oder Kendrick Lamar treffen und ganz neue Vibes erzeugen.

Dieses lustvolle Provozieren und Ausschöpfen der Möglichkeiten und die Nähe zum Puls der Gegenwart werden durch die Konstanz in der Besetzung, die Erfahrung vieler Live-Auftritte, das gemeinsame Interesse am Experimentieren und die beinahe familiären Bande erleichtert: Der Aufnahmeprozess zu BATHING IN FLOWERS erstreckte sich über ein Jahr, die Songs wurden bis auf Leif Bergers Drums im Heimstudio des Bassisten Oliver Lutz im Kölner Agnesviertel aufgenommen. Kurze Wege für die Formation, die durch Yannis Anft an den Keyboards komplettiert wird – frische Impulse konnten schnell umgesetzt werden. Zur neuen Qualität gehört auch, dass die Einzelnen es immer besser verstehen, sich im Sinne der SALOMEA-Signatur zurückzunehmen. Da wurde beim Proben ein Schnörkel auch mal wieder verworfen, wenn der Song ohne Bling-Bling schon besser klang. In Berlin saß Rebekka Salomea Ziegler meist noch zu zweit mit Produzent Ludwig Wandinger über dem Material und legte durch letzte Reduzierungen dessen wahre und endgültige Gestalt frei.

Alle Songs auf BATHING IN FLOWERS wurden von Rebekka Salomea Ziegler komponiert und getextet. Ihre finale Form verdanken sie der kollektiven Auseinandersetzung und Ludwig Wandingers Handschrift, dessen Sounddesign noch das letzte lose Fädchen in die Soundskulptur einfügt – Wandingers Produktionsskills machten ihn sozusagen zum fünften Bandmitglied. Doch gerade in den Worten, ob gerappt oder gesungen, wird es diesmal sehr persönlich. Der fluiden musikalischen Landschaft und ihren diversen Aggregatzuständen entsprechend, sind wir mit SALOMEA Geschichten von Transformationen auf der Spur, folgen biografisch motivierten Gedankenfetzen, zu denen auch eine tiefere Beschäftigung mit Krankheit und Tod gehört. In den Stücken selbst scheint der Wunsch zu stecken, flüchtige Momente mit möglichst viel Leben zu füllen, damit die Zeit nicht sinnlos verrinnt. Und man ahnt, dass sich hinter jeder Geschichte von BATHING IN FLOWERS, die man hinter jeder Note und jedem Klang findet; dass hinter jeder Herausforderung, der sich die

Stimme dieser Ausnahmesängerin stellt; und dass hinter jeder technischen Zumutung, der sie ihre Stimme mutig und aus Prinzip aussetzt, nur noch eine weitere Geschichte verbirgt. So kann man sich endlos in der Welt von SALOMEA verlieren und wiederfinden. Und diesen Luxus sollte man sich gönnen.