Nun, ein herzliches HALLO auf dieser Seite vom aaltra. Hier kann man lesen, was demnächst so alles los ist:

 

Do 21.09.2017 21:00 Uhr re:marx präs. Minden (US)

Minden - Photo by Jaclyn Campanaro.

Mindens Saccharin-Indie-Pop wird von einer subtilen Sexualität beeinflusst. Erotische Themen gegenseitiger Bindung stehen leichteren Themen, wie der Suche nach einer Authentizität bei der Auswahl des richtigen Soda-Pop gegenüber – das genügt vollständig, sich den Schweiß auf die Stirn treiben zu lassen und begehrend die Lippen zu lecken.

Auf Mindens neuem Album „Sweet, Simple Things“ findet man eine eindrucksvolle Sammlung aus sanften und tanzbaren Melodien, man genießt eine Kombination aus Süßraspelei und flippigem Groove. Das Album wurde eingespielt von Casey Burge (Lead Gesang), Lia Gist (Gesang), James Taylor (Gitarre), Evan Houston (Bass), Ryan Johnson (Percussion), Dan Talmadge (Keyboard) und Papi Fimbres (Schlagzeug).

Die LP aus neun Songs erweckt eine köstliche Kuriosität, die an Wohlfühlmomente eines Sommers an der West Coast bis hin zu Pariser Nachtclubs erinnert. Da finden sich Elemente aus Indie-Pops modernen Legacy-Favoriten, die Phoenix, Peter, Bjorn & John und Miike Snow, oder Zeitgenossen wie Unknown Mortal Orchestra sowie Ariel Pink heraufbeschwören. Jedoch beziehen Minden auch großen Einfluss von modernem Funk-Boogie sowie klassischen Soul-Funk-Helden wie zum Beispiel Sly Stone, Curtis Mayfield und Bill Withers, deren Vibes überall zum Tragen kommen. Aber im Kern ist das Songwriting immer noch reine, Pop-Rock-Glückseligkeit mit seinen unausweichlichen Einflüssen, die von den Beatles stammen und sich bis hin zu Prefab Sprout erstrecken.

Minden kommen im September und Oktober 2017 auf ihre zweite Europatournee und werden ihr neues Album vorstellen.

Eintritt: 6€

Do 28.09.2017 21:00 Uhr Nick & June (D)

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Euphorische Melodien, dunkle Melancholie und sphärischer Folk: 2012 noch als Soloprojekt um Mastermind Nick Wolf gegründet, wachsen mit den Jahren Besetzung und Visionen, aus dem einst rein akustischen Solo- und Duo-Folk wird ein ideenreich-eigenständiges Gesamtkunstwerk und vierköpfiges Bandprojekt.

Unterstützt von den Förderprogrammen der Initiative Musik und BY-on sowie eine nach kurzer Zeit ausverkaufte EP später, wird das Debütalbum „Flavor & Sin“ veröffentlicht. Die folkige Singer-Songwriter-Platte überzeugt Presse wie Publikum gleichermaßen. Vergleiche mit Angus & Julia Stone oder The Swell Season machen die Runde. Während Airplay- und Online-Charts geknackt, Musik für den Kinofilm „About A Girl“ komponiert wird und Songs das TV-Abendprogramm schmücken, spielen Nick & June 300 Konzerte in sechs Ländern Europas.

2017 gehen Nick & June den nächsten Schritt. Als gewachsene Band und frisch gesignt vom gelobten Indie-Label AdP Records erscheint im Frühjahr das von Udo Rinklin (u.a. Philipp Poisel) produzierte Zweitwerk „My November My“. Die Kritiker sind begeistert. Das Konzeptalbum erzählt die Geschichte des „November Boys“, der schwer enttäuscht von Welt und Menschheit, verbittert und selbstgerecht, aber auch reflektiert und selbstanklagend seine Gedanken in zwölf Kapiteln erklärt, um letztlich Abschied zu nehmen. Intertextuelle Bezüge zu Conor Oberst, The National oder Belle & Sebastian verschmelzen mit epischen Songstrukturen, ausgefeilten Soundspielereien, tiefen Paukenschlägen und Marschrhythmen. Gepaart mit der im Zentrum stehenden, filigranen Stimmenkombination zeigt sich die deutliche Entwicklung im Werk Nick & Junes und mündet in einsam-schönen Musikträumen und fragiler Melancholie.

Auf der Bühne teilen sich die vier Multiinstrumentalisten ein Instrumentarium zwischen Gitarre, Mandoline, Ukulele, Bass oder elektronischen Bogen bis hin zu Drums, Glockenspiel, Klavier, Orgel, Melodica, Horn und Akkordeon. Ende 2017 werden Nick & June knapp 100 Konzerte gespielt haben und wohin die Wege in den kommenden Jahren auch führen werden – sicher ist lediglich: Home Is Where The Heart Hurts!

Eintritt: 6€

Do 05.10.2017 21:00 Uhr  Gleewood (US) support: Secret Circus (SWE)

Gleewood band 2

Gleewood: Americana Rock, Desert Folk Rock – Gleewood ist ein Americana-Projekt zweier Eheleute aus New Mexico, welches sich durch Blues, Folk und Rock’n’Roll groovt. Jhett und Callie Siouxs Lyrics verleihen der Folk and Roots Musik eine Geschichte und bringen die Energie, welche in dynamische Jams wie sie in den psychedelische Sechzigern entstanden sein könnten…

support: Secret Circus: Pagan Country, Gangster Folk, and Death Jazz

Eintritt: 6 €

Fr 13.10.2017 21:00 Uhr Melmac Cowboys (D)

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MELMAC COWBOYS

2007. Erste Konferenz des Europäischen Terrestrisch-Extraterrestrischen Freundschaftsbundes. Drei gelernte Rinderzüchter vom fernen Melmac beschließen, die Erde mit ihrer Musik zu bereichern. Seither kreieren sie mit Gitarre, Bass und Schlagzeug einen Sound, der grob als Rock zu bezeichnen ist. Elemente aus Blues, Psychedelic, Stoner und Experimental Rock lassen sich erkennen. Gesungen wird über irdische Landschaften und Wesen, über Leben, Tod und menschliche Erfahrungen. Melodische Basslines, solide Drums, treibende Riffs und schreiende Solos sind das Markenzeichen der Band, die in Limbach-Oberfrohna heimisch, und doch nicht von dieser Welt ist.

Melmac Cowboys. Live tonight.

Eintritt frei!!!

Do 19.10.2017 21:00 Uhr Allie (D)

Allie5 Steven Lüdtke

Man begegnet ihm öfter da draußen. Diesem Charakter, der ziemlich viel von sich hält und das alle anderen schon gern mal wissen lässt. Aber er macht’s halt auf die charmante Art und nicht einfach wie so ein blasierter Angeber, weshalb man ihm dann auch nicht wirklich böse sein kann. Allie skizziert diesen Typus in seinem Song „This Is How I Go“ als Kunstfigur, die noch im Sterben voller Selbstüberhöhung deliriert.

Mit der Single aus seinem vierten, schlicht Allie betitelten Album kultiviert der Berliner Musiker einen durchaus auch komischen Hyper-Realismus. „Solche Typen stecken in fast jedem Song der Platte“, sagt Allie. „Sie sind einerseits anmaßend, haben aber diesen inneren Stolz,

wie Figuren in einem Wes Anderson-Film. Das spiegelt sich auch im Pathos der Musik wider: die Stücke sollen emotional treffen, mit den Chören, den großen Synthesizern, sollen kitschig, aber nicht lächerlich sein.“

Was Allie ist und was eher nicht – darüber gingen die Meinungen 2013 bei seinem letzten Album weit auseinander. Uncanny Valley, so notierte staunend Zeit Online, hake sich „ins Gemüt wie ein Klettverschluss“ und sei vermutlich „zu schön um wahr zu sein.“ Für die Radiokollegen von Byte.FM klang die Musik „süß und traurig und klebrig, wie eine bunte Tüte vom Kiosk.“ Die Rote Raupe attestierte dem Künstler „ein bezaubernd eigenständiges Album“, welches durch „Witz, Zurückhaltung und Verschrobenheit“ besteche. Tja, und dann war Allie auch noch „der leiseste Rapper der Welt“ (Whiskey Soda).

Rapper, Klettverschluss oder Kiosk-Tüte: Leise wurde Allie jedenfalls ausgerechnet in New York, in einem sehr hellhörigen Kämmerlein, das doch eher zum Flüstern zwang. Der sechsmonatige Aufenthalt im Winter 2009 brachte zudem seinen ersten Auftritt als Allie (im nahe gelegenen Woodstock) und schließlich samt Musik sogar noch eine kleine Film-Einlage, neben dem großen Paul Giamatti (Sideways, Barney’s Version) in Episodes of Stalite III – Tarth. Zuvor hatten Allie’s Bruder und ein dann nach Südamerika abgewanderter Trommler bereits in der obligatorischen Punk-Band mitgetan, die Allie bis 2007 „aus Scheiß und Langeweile“ mit „Spaßmusik“ gefüttert hatte.

Nach Uncanny Valley und der Studioarbeit mit Johann Scheerer (Clouds Hill) kehrte Allie für Allie wieder zum Do-It-Yourself-Ethos seiner Frühwerke Mimi King (2010) und New Friends(2011) zurück. Indes mit ganz anderer Prämisse. „Ich bin es jetzt mit viel mehr Sorgfalt und Genauigkeit angegangen“, erläutert er. „Habe lange an Sounds gefeilt und mich nicht mehr so schnell zufrieden gegeben, während für die ersten beiden Alben oft schon die Demo-Versionen reichten. Auch für einzelne Vocals habe ich mir tagelang Zeit genommen – und nicht nur ein paar Stunden wie im Studio. So konnte ich viel ausprobieren, verschiedene Sounds und Stimmen übereinander schichten.“ Dabei vertraute Allie „einfach voll meinen Ohren“ und versuchte, „die Studio-Erfahrung des letzten Albums aufs Homerecording zu übertragen.“

Was ohne „die Ressourcen um mich herum“ kaum geklappt hätte. Ohne die Freunde mit Heimstudio (wie die Band SEA+AIR). Ohne Bekannte, die als Gastmusiker auftreten. So sorgt gleich zum Auftakt mit „Wtf4“ der Berliner Rapper und Dichter Black Cracker für einen wegweisenden Akzent. „Ich wollte unbedingt ein spoken word-Stück auf dem Album haben, und ich kenne niemanden, der Texte so vortragen kann wie Cracker. ‚Wtf4‘ ist für mich wie die Einleitung zu einem Buch.“ Pianist Nuño und die Opern-Stimme von houaïda bereichern dann weitere Kapitel wie „Needle In The Hay“ und „The Great“, ein Song, der das Unvermögen zu trauern und daraus resultierende Schuldgefühle auf den Punkt bringt. An den eigenen Ansprüchen scheitern in „Emo On A Beach“ in einem heruntergekommenen Urlaubsort auch die verlorenen Strandbar-Gestalten, die sich herzlich misstrauen und doch nicht voneinander lassen können.

No No No No“ bringt das verstörende Bild des Pharaos, der sich dann doch nicht raustraut aus seinem Sarg. Auch eine Form der Anmaßung: Immer wieder auf Menschen zu warten, die doch bitte bestimmte Erwartungen erfüllen sollen. Bis man vor lauter Erwartung ewig warten wird. Es sind Songs, die man so in dieser Konsequenz und dem Mut zur großen Geste noch nicht gehört hat von Allie.

Das schwebende „The One“ gemahnt hingegen eher an Pink Floyd. „Ich hab viel kitschigen Stadion-Pop gehört, als ich das Album aufgenommen habe, viel Michael Jackson-Balladen wie ‚Human Nature‘. Aber vor allem New Age-Musik von Enya bis Suzanne Ciani“, sagt Allie. „Dabei habe ich mich immer gefragt, wie wohl eine düstere Version dieser flauschigen Musik klingen würde.“ Den anderen, aggressiveren Pol des Albums bilde zudem der Einfluss von Trap-Hip-Hop: „Was New Age und Trap für mich verbindet ist diese überwältigende, emotionale Direktheit.“ Und wie kam es zu dem Albumcover?

Ein Einhorn ist ja ein total ausgelutschtes Symbol“, erläutert Allie. „Fast so verboten wie bestimmte Pop-Sounds. Ich wollte versuchen, doch noch irgendwie was Cooles daraus zu machen. So eine Art bekloppte Schönheit zu finden.“ Und bei einem Film-Freak wie Allie ist das Fabeltier natürlich auch als Referenz an die Traum-Sequenz in Ridley Scotts Sci-Fi-Klassiker „Blade Runner“ zu verstehen, den Vangelis mit einem betörenden Soundtrack ausgestattet hatte. „Ich denke, das passt auch ganz gut zur Stimmung meines Albums. Also eher düster und neblig, aber dann immer wieder dieser scharfe Lichteinfall.“

Eine ähnliche Atmosphäre schwebt Allie auch für die Live-Shows zur Veröffentlichung von Allie im Juni vor. Im Herbst sollen weitere folgen, auch im Ausland. Der Song-Flüsterer, der bisher brav hinterm Tischchen saß, hat dann ausgedient. Allie will seine neuen Stücke diesmal auch visuell ansprechend umsetzen: Mehr Licht, mehr Show, mehr Sinne, die sich angesprochen fühlen dürfen.

Scheint so, als ob der Sound-Zauberer aus Berlin jetzt Ernst machen will.

Eintritt: 6€

Fr 27.10.2017 21:00 Uhr Karmic (US)

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Im September 2017 ist es soweit: Die kalifornische Elektropop-Band Karmic veröffentlicht ihr Debütalbum „Phases“. Dass das Quartett, bestehend aus dem Frontfrau-Gespann Laura Baruch und Kylee Katch und dem Produzenten-Duo Sam Murphy und Peter Kastner (beide Bad Owl Records) damit den Soundtrack des Spätsommers abliefern wird, ist abzusehen – schließlich legte das Kollektiv aus Los Angeles 2016 mit der Debütsingle „Higher Self“ schon mal ordentlich vor (und mit drei weiteren Stücken in diesem Sommer ordentlich nach). Die Kritiken waren begeistert, die Hörgänge seitdem mit Stücken wie „Phases“, „Lighthouse“ und „With You“ besetzt.

Karmic zeigen, wie pulsierende Popmusik 2017 klingen muss – im Hier und Jetzt verankert, den Blick nach vorne gerichtet, mit jeder Menge Zitaten versehen und bei aller Eingängigkeit immer wieder überraschend. „Gerade wenn man glaubt, dass man das ganze verstanden hat, kommt plötzlich ein Bassdrop und bringt das Ganze in EDM-Territorien“, zeigt sich auch das renommierte Magazin „Consequence of Sound“ überrascht.

Die Geschichte von Karmic reicht in die frühen 2000er Jahre zurück. Da zieht Bassist und Multiinstrumentalist Peter Kastner aus Österreich nach Los Angeles. Er lernt Laura Baruch kennen, gemeinsam gründen sie ’Lucid Dream’ als Duo, loten gemeinsam ihre Vorstellung von Popmusik aus. Sie experimentieren in verschiedenen Besetzungen, schreiben stetig neue Songs. Beide sind in den verschiedensten musikalischen Stilen zuhause, im Pop, im Soul, im Jazz, im Experimentellen. Als Kyle Katch aus Los Angeles und Sam Murphy aus Seattle dazukommen, ist das Line-Up endlich komplett – und eine ganz neue Dynamik entsteht.

Das karmische Konzept, nach dem sich die Band benannt hat – am ehesten könnte man es wohl mit „What comes around, goes around“ beschreiben. Was bei Karmic rumkommen wird, wenn sie mit ihrem Debütalbum rauskommen, werden wir sehen und vor allem hören. Eins haben sie aber mit ihren aktuellen Songs schon eindrucksvoll angekündigt: Es wird ziemlich groß.

Eintritt: 6€

AUSBLICK:

Fr 03.11.2017 21:00 Uhr Ridge Walk (D)

Mi 08.11.2017 21:00 Uhr Grande Royale (SWE)

Do 09.11.2017 20:00 Uhr Regioslam

Fr 17.11.2017 21:00 Uhr South Of Blue (D)

Fr 24.11.2017 21:00 Uhr Riviera (F)

Sa 02.12.2017 21:00 Uhr aaltraNacht – Liveact + DJ-Team Heckhorn

Mi 06.12.2017 21:00 Uhr Planting Robots (D)

Fr 08.12.2017 21:00 Uhr Dämse

Do 14.12.2017 21:00 Uhr No Money Kids (F)

 

Publiziert am von k.fischer | Hinterlasse einen Kommentar